Selbstorganisation im Wohnbau
Mit Andreas Hofer/Mehr als Wohnen (Zürich), Stefan Rost/Mietshäusersyndikat (Freiburg), Ute Fragner/WoGen (Wien) und Thomas Ritt (AK Wien)
11.10.2017 19:00 Festivalzentrale im Az W, Museumsplatz 1, 1070 Wien

- English version below - Erreichbarkeit: Haltestelle Volkstheater - U2/U3, Straßenbahn 49 & Bus 48A / Haltestelle Museumsquartier - U2. Kostenbeitrag: Freie Spende!

Selbstorganisation im Wohnbau gewinnt international an Relevanz als zukunftsgerichtete Alternative gegen die Wohnungskrise. In Österreich versucht die WoGen der Genossenschaftsidee neues Leben einzuhauchen. Das Mietshäusersyndikat ist hierzulande mit dem habiTAT vertreten, während das Mietshäusersyndikat in Deutschland sein Spektrum gerade von einzelnen Hausprojekten in Richtung Neubau in Stadtentwicklungsgebieten erweitert. In Zürich entstehen zunehmend größere Projekte wie das preisgekrönte "mehr als wohnen", das sich als Zukunftslabor für die Stadt versteht. Wieviel Innovation steckt in diesen Ansätzen? Kann es gelingen, mit selbstorganisierten Projekten zu einer Demokratisierung der Stadtplanung beizutragen und gleichzeitig ein Gegenmodell zum gewinnorientierten Wohnbau aufzubauen? In welchem Verhältnis stehen die Projekte zur offiziellen (Wohnbau-)Politik in den Städten? Und wieviel Potential auf demokratische Erneuerung steckt eigentlich in Architektur und Stadtentwicklung? English version on subpage!


mehr als wohnen - R. Erny

Vortrag und Diskussion mit
Ute Fragner / WoGen (Wien)
Andreas Hofer / mehr als wohnen (Zürich)
Thomas Ritt / AK Stadt (Wien)
Stefan Rost / Mietshäusersyndikat (Freiburg)
Moderation: Elke Rauth, dérive


Andreas Hofer / mehr als wohnen (Zürich)
ist Architekt in Zürich. Projektentwicklungstätigkeit für Genossenschaften, z.B. KraftWerk1 und mehr als wohnen. Die Baugenossenschaft mehr als wohnen wurde mit dem World Habitat Award 2016-17 von der Stiftung Building and Social Housing (BSHF) mit Unterstützung von UN-Habitat ausgezeichnet. Unterrichts- und Vortragstätigkeit an verschiedenen Hochschulen und Kongressen und regelmäßige Publikationen zu Wohnungs- und Städtebau in Fachzeitschriften.
mehr als wohnen ist ein Genossenschafts-Wohnprojekt in Zürich und eine preisgekrönte Innovations- und Lernplattform für die Genossenschaftsbewegung, die dazu dient, neue Wege und Inhalte für den gemeinnützigen Wohnungsbau zu erproben.

Stefan Rost / Mietshäusersyndikat (Freiburg) ist Mitinitiator des Mietshäusersyndikats in Deutschland, einem solidarischen Verband von über 125 selbstorganisierten Hausprojekten. Er lebt in Freiburg.
Das Mietshäusersyndikat berät selbstorganisierte Hausprojekte, die sich für das Syndikatsmodell interessieren, beteiligt sich an Projekten, um diese dem Immobilienmarkt zu entziehen, hilft mit Know How bei der Projektfinanzierung und initiiert neue Projekte. In Österreich betreibt das habiTAT den Aufbau eines Mietshäusersyndikat Netzwerkes und unterstüzt und verwirklicht selbstorganisierte und sozialgebundene Mietshaus-Projekte.

Ute Fragner / WoGen (Wien)
ist Mitgründerin der Sargfabrik Wien und Vorstandsmitglied der WoGen. Sie hat langjährige Erfahrung in der Geschäftsführung und Entwicklung großer gemeinnütziger Organisationen (u.a. im WUK). Mit ihrer konzeptionellen Arbeit unterstützt sie inklusive Wohnformen, speziell auch für alte und behinderte Menschen sowie Flüchtlinge.
Die WoGen Wohnprojekte-Genossenschaft e.Gen. ist Österreichs erste und einzige Bauträgerin, die ausschließlich gemeinschaftliche Wohnprojekte mit und für Menschen verwirklicht, die in Gemeinschaft leben wollen. Sie unterstützt ihre Mitglieder bei Start und Umsetzung gemeinschaftlicher Wohnprojekte. Die WoGen richtet sich an alle Menschen, die ein Leben in Gemeinschaft suchen – selbstbestimmt, selbstverwaltet, soziokratisch und offen für Neues.

Thomas Ritt / AK Stadt (Wien)
ist Ökonom mit Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien. Er leitet seit 2011 die Abteilung Kommunalpolitik der Arbeiterkammer Wien, die sich intensiv mit Strategien für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung auseinandersetzt, u.a. mit Grundlagenstudien und Veröffentlichungen zu Stadtentwicklung und Wohnbau, Verkehr, öffentlicher Raum, Smart City uvm. Thomas Ritt ist Chefredakteur der Zeitschrift AK Stadt.


Self-organization in the housing sector

Self-organization in collective residential housing gains international relevance as a future-oriented alternative against the housing crisis. In Austria, the new cooperative for selforganized housing projects, WoGen, is trying to breathe new life into the cooperative housing idea, which has a long tradition in Vienna. The Mietshäusersyndikat is represented in Austria by habiTAT since 2015, while the Mietshäusersyndikat in Germany is existing for more than 20 years and is currently expanding its spectrum from individual housing projects towards large-scale housing construction in urban development areas. In Zurich, increasingly larger cooperative housing projects such as the award-winning mehr als wohnen (more than housing) are being developed. mehr als wohnen understands itself as a future laboratory for the city and for the development of the cooperative housing idea. How much social innovation do these cooperative and self-organized approaches involve? Is it possible to contribute to a democratization of urban planning by means of self-organized projects? To what extend can they influence offical housing policies? Do these projects resemble a model against the housing crisis and profit-oriented housing developments? How much potential for change is hidden in architecture and urban planning?

Majka Czapski

Lecture and discussion with
Ute Fragner / WoGen (Wien)
Andreas Hofer / mehr als wohnen (Zürich)
Thomas Ritt / AK Stadt (Wien)
Stefan Rost / Mietshäusersyndikat (Freiburg)
Moderation: Elke Rauth, dérive

Lecture and discussion in german language (whispering translation available).


KATEGORIEN
Vortrag | Diskussion

TAGS
Mietshäusersynidkat, Gemeinnützigkeit, Recht auf Wohnen, Recht auf Stadt, Selbstorganisation, Wohnbau, Genossenschaft